Manfred Müller – Deutscher Wetterdienst

 Ich glaube, es gibt keinen Bergsteiger der den Wetterfröschen wohlgesonnen ist. O.k., man erinnert sich nur an Sachen wo selbige völlig daneben liegen, aber da gibt (oder gab) es noch Manfred Müller (ich weiß gar nicht genau ob „Manfred“ stimmt, aber ich denke die älteren eingefleischten MDR Sachsen – Hörer wissen wer gemeint ist). Keiner kann so Optimismus erzeugend schlechtes Wetter vorhersagen, das man unweigerlich – schönes Wetter erwartend – total einweicht.

Es erwischte uns am 08.11.1997, ich glaube Sonnabend, Herr Müller verkündete: “Nur im äußersten Südosten in den Morgenstunden noch schnell abziehende kurze Schauer, danach überwiegend freundliche Abschnitte bei spätsommerlichen Temperaturen...“ Toll, die ganze Woche war totales Mistwetter, klettern somit ohnehin abgehakt, aber man kann ja mit dem Rad... vielleicht nach Böhmen... auf ein gepflegtes Bier vor der Balzhütte in der Sonne... und das im November... !

Ich glaube wir sind so gegen 10.00 Uhr in Krippen losgeradelt. Es regnete zwar noch leicht, aber die Schauer sollen ja gleich weg sein., Rainwiese (tiefhängende Wolken) die Moral stimmt, Treppengrund – Regen – man sucht den „Grünen Heinrich“ (die Klamotten sind so halbwegs durch – aber bald wird’s freundlich, da trocknet alles wieder) – 20.Besteigung im 20.Jahr – die Stimmung ist gut. Balzhütte – ca. 13.00Uhr – es regnet – am gut geheizten Ofen wird Tee mit Rum konsumiert – die Stimmung steigt – die Abfahrt nach Dittersbach fordert das schon etwas geschwächte Balancegefühl. Aber man hat ja permanente Wasserkühlung von oben.

Dittersbach – es gießt wie aus Eimern – es hat höchstens 5°C – wir sind total durch, uns ist kalt und wir haben die Schnauze voll.    

Wortlos trampeln wir wie die Irren Richtung Heimat, um so halbwegs auf Betriebstemperatur zu bleiben.

Mitleidig winken uns die Grenzer in Schmilka durch, gegen 15.00 oder 16.00 Uhr (meine Uhr hat dem Wasserdruck nicht standgehalten – trotz attestierter Tauchtiefe von 50m) sind wir wieder in Krippen. Die Frisur ist im Eimer, egal im Auto hatte ich trockene Sachen (woher wusste ich??), und der Radtour wird heute noch gern gedacht. Ich danke Dir Manfred Müller!

Th.           

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