Goldene Himbeere

Also wenn ich da nichts durcheinander bringe, ..... wird im Showbusiness jährlich die „Goldene Himbeere“ an den Star mit dem schlechtesten Geschmack verliehen.

Würden wir das auf unsere Erstbegeher im Elbsandstein anwenden und auf ihren Geschmack bezüglich der Erschließung neuer Wege, so gebe es vermutlich vor allem eine ganz bestimmte Nominierung. Dieser Kandidat hat offensichtlich einen „Sprung in der Schüssel“ und sieht „Keine klaren Bilder“ mehr, zu mindestens hat er in schöner Selbsterkenntnis zwei seiner Neutouren so genannt. In der gesamten Sächsischen Schweiz sucht und suchte er nach „Abartigen Abwegen“, kroch durch „Wildschweinsuhlen“ und „Abwasserkanäle“, hüpfte als „Dreckspatz“ durch „Immergrünes Moos“, durch „Grüne Löcher“ und „Grüne Auen“. In seinen Wegen benötigt er „Staubfänger“ und „Staubwedel“ und kommt sich dabei wie eine „Kakerlake“, eine „Kellerassel“, ein „Floh“ oder eine „Milbe“ vor. Als widerwärtige „Hausstaubmilbe“ (gibt es etwas ekelerregenderes?) klettert er im „Sandkasten“ (Vorsicht Kinder!) und auf jeglicher „Sandbank“ herum, fühlt sich in jedem „Dunklen Eck“ wohl und in jeder „Dunkelkammer“. Offensichtlich hat er also Grund das Licht zu scheuen. Dennoch begegnet man ihm als scheinbar harmlosen „Wandersmann“ genauso wie als „Pilzsammler“ in irgendwelchen „Preiselbeerrinnen“. Seine Wege führen durch „Baumschulen“ mit „Moos auf der Tanne“ und anderem Moder, so daß selbst „Grashüpfer“ sich schütteln und angewidert davon hüpfen.

Aber all das stört unseren Kandidaten wenig, wenn er an bewaldeten Felshängen eine neue Route durch den „Dschungel“ aus Moosen, Gräsern und Strauchwerk sucht. In solchen Fällen kommt halt „Unkrautex“ zum Einsatz. Und siehe da, langsam kommt er (zu mindestens zahlenmäßig) in die Reihen bedeutender Erstbegeher; denn mit 255 Neutouren (Stand 2003), hat er rein vom Buchwerk her, nur 20 Erstbegehungen weniger als Hans- Joachim Scholz.

Na da hat er doch wirklich einen „Heiligenschein“ verdient, so zu mindestens hat er einen seiner neuen Aufstiege genannt, um gebührend auf sich hinzuweisen. Übrigens sind alle Bezeichnungen in diesem Bericht, die in An- und Ausführungszeichen stehen, keine Boshaftigkeiten durch mich, sondern Wegenamen .... die er selbst seinen Routen gab.

Merkt der Mann noch etwas? Nun, an der Lehnwand verspürte er immerhin 1992 einmal ein „Kurzes Zucken“. Vielleicht hätte er damals zum Arzt gehen sollen.

Ich habe den Artikel meiner Frau vorgelesen, aber sie meinte: „Bell mann nicht so! Deine Wege sind auch nicht alle gut!“

Recht hat sie! Also nenne ich mal den gemeinten Erstbegeher nicht.

Aber für die „Goldene Himbeere“ würde ich ihn dennoch vorschlagen.

"Unkraut-Ex"

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