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Vergessene Episoden
wenn nicht anders vermerkt von Peter Hähnel

Der Jagdeinsatz
Der spätere Erstbegeher besichtigt mit seinen tschechischen Freunden das Objekt der Begierde. In ca. 15m Höhe befindet sich auf der rechten Verschneidungswand eine große Platte, die einen absturzbereiten Eindruck macht. "Da kann man doch nicht drüberklettern, das kommt doch runter." wendet der zum Vorstieg Ausersehene ein. Einer der Besichtiger ist Förster. "Kein Problem, ich schieß das Ding ab." versucht dieser die Bedenken des Zauderers zu zerstreuen. Dieser nimmt den Vorschlag nicht recht ernst. Als er später wieder einmal unter der Verschneidung steht, fehlt die riesige Platte. Ein gezielter Schuß aus einem großkalibrigen Jagdgewehr hatte sie zur Strecke gebracht. Die Erstbegehung kann beginnen. Andere Zeiten, andere Sitten!
(frei nach Herbert Richter)

 
Die lebende Knotenschlinge
„ Die lebende Knotenschlinge“ hieß ein Artikel in der DDR- Zeitschrift „Unterwegs“; oder im „Tourist“, dem Mitteilungsblatt des DWBO (Deutscher Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf). Meines Erachtens war es Mitte der 60iger Jahre, als unter dieser Überschrift der Versuch von Dynamosportlern beschrieben wurde, den Großen Halben über den Wettersteiner Weg zu besteigen. Verbrieft ist jedenfalls, daß Peter Popp dabei aus dem großen Dach am Anfang des Weges stürzte, bzw. es einfach nicht brachte und also losließ. Aber beim Herausrutschen des Körpers blieb sein Kopf im Riß hängen, wie eben der Knoten einer Kinderkopfschlinge zum Beispiel. Alle Versuche ihn durch „Bauleute“ von unten zu schieben und so zu befreien mißlangen, ebenso wie Versuche von oben. Schließlich rettete ihn meines Wissens die freiwillige Feuerwehr von Hohnstein mit Leitern aus seiner mißlichen Lage. Oder weiß es jemand besser? Mir machte jedenfalls die Geschichte bei einer Begehung des Weges moralisch schwer zu schaffen.
Aus der Erinnerung aufgeschrieben

Tiedgegeschichten
In meinen ersten Kletterjahren wurden so manche fragwürdige Geschichten über schauerliche Begebenheiten am Tiedge erzählt, die von bösen Stürzen bis zum Seil abschneiden (inclusive Seilpartner) reichten. Eine Erzählung aber, die Mitte der 50iger Jahre in der „Rosel“ die Runde machte, klang schon ganz glaubwürdig und könnte sich durchaus so zugetragen haben. Danach soll damals ein Nachsteiger am Überhang des Südweges losgelassen ...und knapp über Geländerhöhe, aber rettungslos draußen ... hilflos im Seil gehangen haben. Sitzgurte und andere Klettergürtel gab es damals noch nicht; man war schlicht in einer Seilschlaufe um die Brust eingebunden. Diese Brustschlaufe hing nach einem Sturz unter Umständen mit dem Knoten in Kopfhöhe – und nicht zu vergessen, damals noch im Rücken! So bestand auch für unseren Freund am Tiedge die Gefahr früher oder später aus der Schlaufe zu rutschen. Seinerzeit wurde erzählt, daß „Basteigeier“ eine lange Anlegeleiter vom Basteihotel holten und waagerecht über das Geländer schoben. Just in dem Moment, als er aus der Schlinge rutschte, seien die ersten Sprossen unter dem Verunfallten gewesen. Dann war es nur noch Sekundensache ihn zum Geländer zu ziehen. Na ob wahr oder nicht, ist das nicht eine schöne Geschichte?
Aufgeschrieben und nacherzählt

Schmierseife im Kamin
Also , wenn jemand über Vergangenes Geschichten erzählen konnte, die bis aufs i-Tüpfelchen stimmten (das Datum eingeschlossen), dann war es Hans Heilmaier. Er erzählte mir Ende der 50-ger Jahre eine Story zur Erstbegehung der Vexierturm- Nordostwand. Darin kam jedenfalls ein „Bösewicht“ vor, der im Einstiegskamin des Vorbaus , vor oder nach der Erstbegehung, einen Eimer Schmierseife an den Kaminwänden verteilte, um eben die erste- oder weitere Begehungen zu verhindern. Fakt ist, daß wir Restspuren davon um 1960 durchaus noch feststellen konnten. Aber wie die genauen Zusammenhänge waren, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Schließlich habe ich nicht ein so phänomenales Gedächtnis wie der „Heilmaier“. Nun wäre es natürlich interessant zu wissen, ob es überhaupt noch jemanden gibt, der dazu genaueres sagen kann. Er sollte sich unbedingt zu Wort melden, sonst wird die Geschichte tatsächlich zur vergessenen Episode. Den „Hans“ können wir nicht mehr fragen. Er stürzte bekanntlich schon vor Jahrzehnten auf einer Kellertreppe so unglücklich, daß er an den Folgen verstarb.
Gehört und nacherzählt  

Kurz angebunden
Über Manfred Prätorius wurde mir einmal erzählt, dass er in seiner besten Zeit, also in den 50iger Jahren, ziemlich stierisch  war und keinerlei Rücksicht auf die Nachsteiger nahm. So wollte er am Ende eines Klettertages noch die Talseite an der Heringsgrundnadel machen, aber keiner hatte mehr Lust. Soweit mir die Geschichte bekannt ist, sicherten sie ihn pflichtbewusst bis zum 1. Ring und banden dann das Seil unten kurzerhand fest. Dann sollen sie sich verabschiedet haben. Oder weiß es jemand besser?

Dieser Vorfall fand am 2. September 1951 statt.  Man muss wissen, das zu dieser Zeit noch die 48-Stunden-Woche bestand und Sonnabends bis Mittag gearbeitet wurde. Zum Klettern war also nur an den Sonntagen und in den Ferien (12 Arbeitstage im Jahr) Zeit vorhanden. Wenn dann noch die Regentage und die Zeit für notwendige Arbeiten auf dem väterlichen Kleinbauernhof abgezogen werden blieben für den Klettersport nur noch wenige Tage im Jahr übrig. Ich glaube man kann es mir darum kaum verübeln, dass ich wenig erfreut war, wenn meinen Bergfreunden am frühen Nachmittag das Bier in einer Schmilkaer Gaststätte wichtiger war als das Klettern am Fels. (M. Prätorius)
 
          

Meines Erachtens eine der etwas unbekannten, aber sehr bemerkenswerten Kletterer die schon zu Lebzeiten Legenden geworden sind. So soll er ja trotz erlittenen Herzinfarkt ins Krankenhaus nach Dresden gefahren sein.
Alex

Es war am Sonntag, den 17. Juni 1990 in Rathen. Beim Abseilen von Sechserturm verspürte ich die für einen Herzinfarkt typischen starken  Schmerzen im Brustbereich und linken Arm und große Beschwerden beim Atmen. Ich habe mich sofort in die Unfallhilfsstelle des Bergrettungsdienstes in Rathen begeben. Die anwesenden Rettungshelfer fanden aber die Angelegenheit wenig dringlich und entließen mich nach kurzer Zeit wieder. Ich fuhr also mit meinem PKW nachhause, packte meine Sachen und lieferte mich selbst im Krankenhaus ein. Nach einigen Jahren wurde mir erklärt, dass der vom Infarkt betroffene Bereich wahrscheinlich nicht sehr groß gewesen war und keine sichtbaren Auswirkungen mehr vorhanden seien.  Ich freue mich, dass ich am  2. Mai 2008 am Goldstein mein 60-jähriges Kletterjubiläum feiern konnte und (2011 mit fast 80 Jahren) noch immer aktiv Klettern gehen und mich dabei bis in den VIIIer-Bereich bewegen kann. (M. Prätorius)

Der Dammriss
Als jungem Kletterkücken, wurde mir Ende der 50iger von einem Sturz von H.J.Scholz am AW der Raaber Säule erzählt, bei dem er das Seil zwischen die Beine bekam. Die Folge sei ein bildschöner Dammriss gewesen, so wie ihn hin und wieder Frauen bei der Entbindung erleiden. Ob es überhaupt stimmt, kann er wohl nur selber sagen. Eine Entbindung war es jedenfalls nicht.

Der Trümmerbruch
Jürgen Rotzsche, auch „Zak“ genannt, war der Erstbegeher der Burgkante am Verlorenen Turm und einiger anderer kurioser Kleinigkeiten irgendwo im Gebirge. Viele Wege von Bernd Arnold zeigen darüber hinaus, daß er in den 60-ger Jahren Freund und Seilgefährte von Manfred Jungrichter und eben von Bernd war. Damals kletterten auch wir so manchen Weg gemeinsam und Karl Däweritz ehrte ihn sogar mit einem Foto vom Vorstieg der Südostkante am Goldstein, das er in seinem Buch „Klettern im Sächsischen Fels“ veröffentlichte. Gerade solche Wege lagen dem unverwüstlichen Kraftprotz, der vielleicht nicht immer elegant kletterte, aber sich lange festhalten konnte. Mit einem Wort, er war überaus zäh und gegen Schmerzen weitgehend unempfindlich. Wie sollte man sich sonst die folgende Geschichte erklären?
Irgendwann, Mitte der 60-ger Jahre, waren wir....wie immer barfuß....von Schmilka aus zur „Kurt- Schlosser- Hütte“ nach Ostrau unterwegs. Immer wenn einer von uns mit Indianergeheul senkrecht nach oben sprang, war er offensichtlich mit den Zehen frontal gegen eine Wurzel gelaufen; was der andere mit schadenfrohem Grinsen quittierte. So ging es auch Zak, der mit einer „Hammerzehe“ vom Wolfsturm  noch bis in die „Kette“ humpelte. Aber wie gesagt, er war hart im Nehmen und spielte mit der geprellten großen Zehe noch Fußball gegen solche „Schrubber“ wie Fritz Eske und Günter Kalkbrenner. Als die schwarz und blau gewordene unförmige Zehe aber auch nach einer Woche, bei einer Begehung der Mönch- Nordverschneidung noch überaus schmerzte und behinderte, ging Jürgen nun endlich doch zum Arzt. Diagnose: Trümmerbruch , 1.Zehe rechts!
Weiß eigentlich jemand, wo er jetzt rumhumpelt? Oder hat man ihm längst einen Zettel an jene Zehe gemacht?  Er soll wohl jetzt am Bodensee leben. (nach Klaus Niziak)

Hochgehoben
Bei einer Begehung des „Schöneweges“ am Bloßstock in den 40er Jahren, soll Fritz Scheffler mit seinen Maurerpranken, seinen damals 11-jährigen Sohn Wulf an der 1.Baustelle einfach hochgehoben und über sich in den Riß gesetzt haben. Der Junge hatte dann nur noch zum nächsten Ring zu robben und das Seil zu befestigen, um den Vater nachkommen zu lassen. Ob das nun stimmt, kann man Wulf gottlob noch selber fragen.

 Knochensalat
Bei einem Begehungsversuch der Westwand am Hinteren Pechofenhorn, soll Wulf Scheffler in den 50er Jahren einmal so schwer gestürzt sein, daß er insgesamt 11 Knochenbrüche erlitt. Ein Jahr darauf sei ihm die Begehung gelungen. Ob solche Geschichten vom „Hörensagen“ allerdings stimmen, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber so, wie er nach seinem schicksalhaften Sturz in den Dolomiten, das Klettern nicht aufgab, wäre auch diese Geschichte denkbar.

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