Ein gesunder Sport

 Ein schöner Sonnentag im zeitigen Frühjahr 2002. D., F., J. und M. sind unterwegs zum Lampertshorn. Dessen Südseite bietet ein paar hübsche gut gesicherte, übersichtliche Wege im unteren Siebenergrad, oben gibt’s eine gute Aussicht – also alles, was man zum Saisonstart so braucht. J. versucht sich – von M. angestiftet und von D. gesichert – an der „Leichten Brise“, M. und F. gehen derweil die „Alten Hasen“ an. Nachdem M. und F. wieder unten sind, löst M. die leicht angespannte D. beim Sichern ab – J. hängt am Ring und hebt nicht merklich ab. So alle halbe Minute gibt’s Anspannung, einen verzweifelten Aufrichter, einen Antritt, und einen entspannten Hüpfer ins Seil. M. hatte inzwischen F. zu einem „Aufruhr in den Augen verführt“ („Du, sooh schwer isses nich, bis zum R brauchste de Hände nur zum Schlingenlegen aus dr Tasche zu näh´m, und am R geht´s ooch für VIIa“) , was dieser – mit D.´s Sicherung – auch prompt versucht. Da J. inzwischen die Lust verloren hat (langsam wurde es monoton und die Sanduhr als Rettungshenkel ließ sich partout nicht bewegen einen halben Meter tiefer zu stecken), steigt M. hinauf und erreicht denn auch den Gipfel.  Was den inzwischen am R. verzweifelnden F. den Wunsch nach Seil von oben ausdrücken lässt.  M. zieht das Seil durch nimmt es ordentlich auf. Dann geht er hinüber zum Ausstieg vom „Aufruhr“. Das heißt – er will hinübergehen. Als er aufsteht, gibt’s einen heftigen stechenden Schmerzim Rücken. Vorsichtiges Hinsetzen und an  einen Block anlehnen. „Du, Ich gloobe, das wird nüscht mit dem Seil von oben, Ich gloob´ch hab´n Hex´nschuß“. Hm, Schweigen im Walde und am Ring. Dann die Frage „Abklettern kannste doch wohl nich?“ (AÖ ist zu der Zeit gerade keine vorhanden), „ Na der werd´ch erstmah runterseiln und den AW hochgomm´ ´´. So geschieht es denn auch. Ein Ablassen erweist sich als recht schmerzhaft, M. beschließt, selbständig abzuseilen, da läßt sich der Schmerz besser dosieren. Wie weiter? M. macht es sich auf dem Rücken bequem, J. führt noch den NW-Riß und die Wand im Vorübergehen mit DA („ob´ch jetzt oder ä bissl schbädr beim Ordsd bin is och egal – aber nu simm´r grad mal hier, da gönndr ja noch was mach´n“ sagt M.) . Nach dem Abseilen fliegt F. noch über eine Wurzel (ouh, is Gleddorn gefährlich!“). Auf dem Weg zum Parkplatz sieht man  mehrere traurige Gestalten: F. humpelt, M. watschelt und J hält sich die durch vergebliches Grapschen nach der Sanduhr blutig gewordene Hand. Lediglich D. ist heute beschwerdefrei geblieben, ihr bei einem unglücklich verlaufenen Sicherungsmanöver in der Halle abhandengekommener Daumennagel ist schon fast wieder nachgewachsen. Aber immerhin: man hat Sport getrieben und etwas für die Gesundheit getan.

"Matze" Riese

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