Aderbach Violeta - Dvouleta im Liebespaarberg

Aus der Tourendatenbank  von Dr. Jörg Brutscher und mit freundlichen Genehmigung von Flaschi-Adersbachschwein

Dieser versteckte Felshaufen bietet eine der Perlen unter den AWs der Gegend. Mein erster Versuch endete mit einem Abtransport aus Adr durch Hilfspersonen. Eines der filigranen Felsrippchen der Einstiegswand war mit mir in den Kamin zwischen Vorblock und Turm gescheppert. Beim nächsten Gipfelsturm ersetzte ich Mut durch Schwebe, um meine zarten Schinken zu schonen. Bei konventioneller Vorstiegssicherung erfordert die Belastung eines Eisenknubels am Rißeinstieg eine gehörige Portion Gottvertrauen. Dieser Knubel hat aber wider Erwarten auch den zahlreichen Nachsteigern standgehalten (was für den nächsten Belaster gar nichts besagen muß). Der Riß zwischen 1. und 2.R war archäologisch interessant. Es gelang mir, unter einer beträchtlichen, erikabestandenen Erdschicht Schlingenreste von Erst- oder Zweitbegehung (lag auch schon 17 Jahre zurück) freizugraben. Klettermäßig interessant wurde es erst wieder ganz kurz vor dem 3.R. Das Einhängen gelang erst, nachdem ich beschlossen hatte, die Sedatschkie in ein Ringgrapschen zu verwandeln. So ganz einfach darf man sich das aber auch nicht vorstellen. Mit aufgestellten Fingern im steilen Gewänd solange zu zerren, bis sich der festgerostete Ring soweit von der Wand gelöst hat, daß man einen Karabiner hineinbekommt, könnte schon fast VIIIc sein. Der Rest ging dann ohne jegliche Unterstützung aber nicht ohne Sorgfalt. Als ich aus der Rinne den Tiefblick genießen wollte, sah ich Dr. Brutscher jedenfalls mit Haltung und Gesichtsausdruck am Ring meinen unmittelbar bevorstehenden Einschlag erwarten. Ganz überraschend gelang uns auch noch die Jahreserste...

Eigentlich handelt es sich bei dem beschriebenen Weg um eine Einstiegsvariante. Den Originaleinstiegsriß rechts habe ich erst im Nachhinein als theoretisch kletterbar wahrgenommen.

  Flaschi

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